Lummen und Basstölpel auf Helgoland
Zur Vergrößerung klicken Sie bitte auf die Bilder.
Im Juni kann auf Helgoland ein einzigartiges Naturschauspiel beobachtet werden – der sogenannte Lummensprung.
Noch im Dunenkleid, also mit den weichen Federn, die später von der Deckfederschicht bedeckt werden und so isolieren und wärmen, wagen die flugunfähigen Trottellummen-Küken den Sprung in die tief unter ihnen liegende Nordsee. Sie sind dann etwa drei Wochen alt. Der so genannte Lummensprung von dem bis zu 40 Meter hohen Lummenfelsen im Oberland ist einmalig in ganz Deutschland.
Die Trottellumme gilt als typischer Vogel Helgolands. Mehrere tausend Brutpaare stehen hier jedes Frühjahr dicht gedrängt auf den Vorsprüngen und schmalen Felsbändern des roten Felsens. Sie legen jeweils nur ein einziges Ei auf den nackten Fels. Durch die birnenartige Form des Lummeneis rollen sie nur wenig umher und fallen nicht den Felsen herunter. Während des Brütens ruht das Ei auf den Schwimmhäuten der Lummen und wird vom dichten Bauchgefieder gewärmt.
Nach dem Schlüpfen versorgen die Eltern ihr Junges etwa drei Wochen lang mit kleinen Fischen und Krebsen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und können sich wie Pinguine geschickt und schnell unter Wasser bewegen. Das Fliegen bereitet ihnen allerdings große Schwierigkeiten, was die Futtersuche und das Füttern der Küken sehr erschwert.
Deshalb locken die Eltern bei ruhigem Wetter kurz vor Einbruch der Dunkelheit mit "Wasserrufen" ihre Küken zum Sprung in die Tiefe und es kommt zu dem sogenannten Lummensprung.
Nach dem Sprung können die Jungvögel nicht zum Nest zurück kehren, da sie noch nicht flugfähig sind.
Wer den Lummensprung beobachten will, muss auf jeden Fall auf Helgoland übernachten, da das Schauspiel vorwiegend in der Abenddämmerung statt findet.
Der Basstölpel (Morus bassanus) ist ein gänsegroßer Meeresvogel. Seit 1991 ist der Basstölpel auch Brutvogel auf Helgoland, da er dort die bevorzugten Bedingungen für die Anlage seines Nests, d.h. eine steile Felsinsel, vorfindet. Für den Basstölpel sind große Kolonien, in der mehrere tausend Brutpaare ihr jeweiliges Junges heranziehen, typisch.
Der Basstölpel hat sich eine Nahrungsnische erschlossen, seine bevorzugten Beutefische sind fetthaltige Fische wie Heringe und Makrelen. Der Basstölpel ist ein Stoßtaucher, der in schnellem Sturzflug ins Meer eintaucht, um so nach Fischen zu jagen. Zu seinen anatomischen Merkmalen gehört dementsprechend ein stromlinienförmiger Körper, lange schmale Flügel, ein in der vorderen Hälfte fein gezähnter Schnabel sowie große Schwimmfüße.
Auf Helgoland kann man die Basstölpel „hautnah“ erleben! Für Fotografen sind sie, nicht zuletzt wegen ihres interessanten Aussehens, sehr beliebte Motive!
Die Nordseeinsel Helgoland liegt in der Deutschen Bucht und ist Deutschlands am weitesten vom Festland entfernte Insel. Sie gliedert sich in Unter-, Mittel- und Oberland. Helgoland besitzt im Süden einen kleinen Sand-Badestrand und fällt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin ab. Am Nordwestende der Hauptinsel befindet sich das bekannte Wahrzeichen Helgolands – die Lange Anna.
Helgoland hat etwa 1100 Einwohner. Mit der unbewohnten Nebeninsel Düne gehört Helgoland zum Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Die Landfläche besteht aus der rund 1 km² großen Hauptinsel sowie der etwa 0,7 km² großen Insel Düne Helgoland liegt zwar über 40 km vom Festland entfernt, ist aber nicht durch internationales Gewässer vom Staatsgebiet des deutschen Festlands getrennt ist. Helgoland wird als Deutschlands einzige Hochseeinsel bezeichnet, was allerdings rechtlich und geografisch nicht korrekt ist.
Das gesamte Gemeindegebiet liegt in einem 51,38 km² großen Naturschutzgebiet.
